Kurze Antwort: Von den gängigen Anbietern haben nur zwei einen wirklich dauerhaft kostenlosen Tarif – sevdesk und Papierkram –, und sie begrenzen ihn völlig unterschiedlich. Alle anderen bieten nur eine Testphase. Der wichtigste Punkt beim Preisvergleich: Der beworbene Einstiegspreis enthält fast nie die Buchhaltung. Die EÜR, die du für die Steuererklärung brauchst, sitzt bei jedem Anbieter eine oder zwei Stufen höher. Alle Preise unten am 29. September 2026 auf den Herstellerseiten geprüft.

Korrekturhinweis in eigener Sache: Eine frühere Fassung dieser Seite nannte Preise, die nicht mehr stimmten, und führte mit Debitoor ein Produkt, das es nicht mehr gibt. Wir haben die komplette Tabelle neu aufgebaut und jede Zahl einzeln an der Herstellerseite geprüft. Wie wir mit solchen Fehlern umgehen, steht in unserer Methodik.

Buchhaltungssoftware für Freiberufler im Preisvergleich

Alle Preise netto pro Monat, also zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Wo zwei Zahlen stehen, ist die erste der Preis bei monatlicher Laufzeit, die zweite bei jährlicher.

AnbieterDauerhaft kostenlos?EinstiegstarifStufe mit EÜR / Buchhaltung
sevdeskJa – 3 Rechnungen pro Monat, inkl. ZUGFeRD und XRechnungRechnung 12,90 €Buchhaltung 25,90 € · Buchhaltung Pro 34,90 €
PapierkramJa – unbegrenzte Rechnungen, aber 100 MB Speicher und Papierkram-Logo im PDF-FooterS 12,90 € / 9,90 €M 24,90 € / 19,90 € · L 49,90 € / 39,90 €
Lexware OfficeNein – 30 Tage TestS 7,90 €L 21,90 € · XL 32,90 €
FastBillNein – 14 Tage TestSolo 10 € / 9 €Plus 15 € / 14 € · Pro 30 € / 27 €
BillomatNein – 14 Tage TestProfessional ab 29 € / ab 19 €Business ab 39 € / ab 29 €
SortedKonto kostenlos, aber kein veröffentlichter PreisSiehe eigenen Abschnitt unten – Sorted ist heute keine reine Software mehr
Herstellerangaben, einzeln geprüft am 29. September 2026. Nettopreise. Bei Billomat sind die Beträge als „ab“ ausgewiesen, der tatsächliche Preis kann höher liegen.

Die beiden echten Gratis-Tarife – und was sie wirklich einschränken

Das ist der Teil, der bei der Entscheidung am meisten bringt. sevdesk und Papierkram sind kostenlos, aber sie bremsen an völlig unterschiedlichen Stellen – und welche Bremse dich trifft, hängt davon ab, wie du arbeitest.

sevdesk KostenlosPapierkram Free
Rechnungen pro Monat3Unbegrenzt
E-Rechnung (ZUGFeRD, XRechnung)EnthaltenAngebote und Rechnungen enthalten
SpeicherplatzNicht begrenzt ausgewiesen100 MB
Fremdlogo auf dem DokumentNeinJa – Papierkram-Logo im Footer
Kontakte und ArtikelUnbegrenztEnthalten
ZeiterfassungNein (auch bezahlt nur als Add-on)Nein – erst ab Tarif S
Bankabruf, EÜR, UStVANeinNein
Kreditkarte nötigNeinNein
Herstellerangaben, geprüft am 29. September 2026.

Die Entscheidung in einem Satz: Wenige, dafür größere Rechnungen im Monat? Dann ist sevdesk kostenlos genug, und deine Rechnung trägt kein fremdes Logo. Viele kleine Rechnungen? Dann brauchst du Papierkram – zahlst aber damit, dass auf jedem Dokument, das dein Kunde bekommt, der Name eines anderen Anbieters steht.

Dieses Logo ist der eigentliche Preis des Papierkram-Gratis-Tarifs, und es taucht in kaum einem Vergleich auf. Ob dir das etwas ausmacht, hängt von deinen Kunden ab – bei Geschäftskunden, die auf Außenwirkung achten, ist es ein Argument für die 9,90 €.

In beiden Fällen gilt: Der Gratis-Tarif schreibt Rechnungen, er macht keine Buchhaltung. Belegerfassung, Bankabgleich, EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung gibt es in keinem der beiden kostenlos.

Der Einstiegspreis ist nicht der Preis für Buchhaltung

Wenn du die EÜR aus der Software heraus erstellen willst – also das, wofür du eine Buchhaltungssoftware überhaupt kaufst –, liegt der reale Einstieg deutlich über der beworbenen Zahl:

  • Lexware Office wirbt mit 7,90 €. GuV- und EÜR-Berichte stecken nach dem Versionsvergleich aber erst in der Version L – 21,90 €, also fast das Dreifache.
  • sevdesk wirbt mit 12,90 €. Belegerfassung, Bankabgleich, EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung kommen erst im Tarif Buchhaltung – 25,90 €.
  • Papierkram bleibt am günstigsten, wenn es um den reinen Rechnungs- und Belegteil geht, verlangt für den vollen Funktionsumfang mit mehreren Bankverbindungen aber Tarif M – 24,90 € monatlich oder 19,90 € im Jahrestarif.

Rechne also nicht mit 7,90 €, sondern mit einer Spanne von etwa 21,90 € bis 25,90 € netto im Monat, wenn du deine Buchhaltung tatsächlich selbst machen willst. Das sind 263 € bis 311 € im Jahr, zuzüglich Umsatzsteuer. Ausführlich vergleichen wir die beiden Marktführer in sevdesk vs. Lexware Office; die Einzelanalysen stehen unter sevdesk Preise und Lexware Office Preise.

Zwei Anbieter, die in alten Vergleichen weiterleben

Debitoor gibt es nicht mehr. Auf der eigenen Seite steht wörtlich: „The Debitoor application has been shut down.“ Das Produkt ist in SumUp Invoices aufgegangen, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Trotzdem taucht Debitoor bis heute in Vergleichstabellen auf – auch in einer früheren Fassung dieser Seite.

Der Grund dafür ist bemerkenswert: Die alte Preisseite von Debitoor ist weiter online und zeigt weiterhin eine vollständig aussehende Preistabelle in britischen Pfund. Wer sie automatisiert ausliest, bekommt Zahlen geliefert, die wie aktuelle Preise wirken – für ein Produkt, das man nicht mehr kaufen kann. Wenn du irgendwo Debitoor-Preise liest, ist das die Quelle.

Sorted ist keine reine Software mehr. Sorted vermittelt dich heute an ein Steuerbüro, das die Leistungen erbringt. Der Preis steht deshalb nicht mehr auf der Website: Der Anbieter schreibt, man ermutige die Steuerbüros, ihre Preise nach Marktstandard festzulegen, und man erfahre sie nach Anlage eines kostenlosen Kundenkontos. Wichtig für die Erwartungshaltung: Nach den eigenen FAQ wirst du dem Steuerbüro automatisch zugeordnet.

Das ist kein Nachteil an sich – für viele ist die Kombination aus App und angeschlossener Steuerberatung genau das Richtige. Aber es ist ein anderes Produkt als eine Buchhaltungssoftware mit festem Monatspreis, und jeder Vergleich, der Sorted mit einer festen Zahl aufführt, vergleicht etwas, das es so nicht gibt.

Welche Software passt zu welcher Situation?

  • Kleinunternehmer nach § 19 UStG mit wenigen Rechnungen: sevdesk Kostenlos. Drei Rechnungen im Monat, E-Rechnung inklusive, kein Fremdlogo, keine Kreditkarte. Ob sich die Regelung für dich überhaupt noch lohnt, steht in Kleinunternehmerregelung 2026.
  • Viele kleine Rechnungen, kein Budget: Papierkram Free – mit dem Logo im Footer als Preis.
  • Du arbeitest eng mit einer Steuerberatung: Lexware Office. Der Steuerberater-Zugang und die elektronische Pendelakte sind in jeder Version enthalten, und du bist monatlich kündbar ohne Mindestlaufzeit.
  • Du willst die Buchhaltung selbst machen: sevdesk Buchhaltung oder Lexware Office L. Das ist die Preisklasse um 22 bis 26 € netto.
  • Du rechnest nach Stunden ab: Papierkram ab Tarif S hat die Zeiterfassung eingebaut – bei sevdesk ist sie in jedem Tarif ein kostenpflichtiges Add-on. Welche eigenständigen Tools sich lohnen, steht in Toggl Track oder Clockify.
  • Du hast Kunden im Ausland: Prüfe vor dem Abschluss, ob Auslands- und Reverse-Charge-Rechnungen in deiner Stufe enthalten sind. Bei Lexware Office sind besondere Rechnungstypen nach dem Versionsvergleich erst in XL enthalten.

Was wir nicht abschließend klären konnten

  • Wir haben keine dieser Programme produktiv eingesetzt. Dieser Vergleich bewertet Preis- und Tarifmodelle, nicht Bedienung, Belegerkennung oder Support.
  • Ob Papierkrams Gratis-Tarif eine Dokumentengrenze hat. Die Preisseite nennt keine, die Beschränkungen dort sind Speicherplatz, Logo und fehlende Funktionen. Eine Rechnungsgrenze konnten wir nicht bestätigen – eine frühere Fassung dieser Seite behauptete eine, und diese Behauptung haben wir entfernt.
  • Die tatsächlichen Preise von Billomat und FastBill Premium. Beide sind mit „ab“ ausgewiesen; der reale Preis wird erst im Gespräch genannt.
  • Der Preis von Sorted. Er ist ohne Kundenkonto nicht einsehbar, und er hängt vom zugeordneten Steuerbüro ab.

Häufige Fragen

Welche Buchhaltungssoftware ist kostenlos?

Dauerhaft kostenlos sind sevdesk im Tarif „Kostenlos“ (3 Rechnungen pro Monat, inklusive ZUGFeRD und XRechnung, ohne Kreditkarte) und Papierkram im Tarif „Free“ (unbegrenzte Rechnungen, aber 100 MB Speicher und das Papierkram-Logo im Footer deiner Dokumente). Lexware Office, FastBill und Billomat bieten nur Testphasen von 30 beziehungsweise 14 Tagen.

Wie viel kostet Buchhaltungssoftware für Freiberufler im Monat?

Für reines Rechnungsschreiben zwischen 0 € und rund 13 € netto. Sobald du EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung aus der Software heraus erledigen willst, liegt die realistische Spanne bei etwa 21,90 € bis 25,90 € netto im Monat – also 263 € bis 311 € im Jahr zuzüglich Umsatzsteuer.

Gibt es Debitoor noch?

Nein. Debitoor wurde eingestellt und ist in SumUp Invoices aufgegangen; auf der eigenen Seite steht „The Debitoor application has been shut down“, eine Neuanmeldung ist nicht möglich. Die alte Preisseite ist allerdings weiter erreichbar und zeigt weiterhin Preise – deshalb taucht Debitoor in vielen Vergleichen bis heute als aktive Option auf.

In welchem Tarif ist die EÜR enthalten?

Bei sevdesk ab dem Tarif „Buchhaltung“ für 25,90 € netto, bei Lexware Office nach dem Versionsvergleich ab Version L für 21,90 € netto. In den beworbenen Einstiegstarifen für 12,90 € beziehungsweise 7,90 € ist sie nicht enthalten – das ist der häufigste Irrtum bei der Tarifwahl.

Was kostet Sorted?

Das ist öffentlich nicht einsehbar. Sorted vermittelt dich an ein Steuerbüro, das seine Preise selbst festlegt; du erfährst sie erst nach Anlage eines kostenlosen Kundenkontos. Das zugeordnete Steuerbüro kannst du nach den eigenen FAQ nicht selbst auswählen.


Grundlage und Quellen, jeweils am 29. September 2026 auf den Herstellerseiten geprüft: sevdesk.de/preise, lexware.de/preise nebst dem als PDF veröffentlichten Lexware Office Versionsvergleich, papierkram.de/preise, fastbill.com/preise, billomat.com/preise, getsorted.de sowie debitoor.com/pricing für die Einstellung des Produkts. Jahresbeträge sind eigene Berechnungen. Wir haben keines dieser Programme produktiv getestet – bewertet werden Preis- und Tarifmodelle.

Transparenz: Links zu Anbietern können Affiliate-Links sein – für dich ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu im Affiliate-Hinweis. Dieser Beitrag ist keine Steuerberatung.