Kurze Antwort: Wenn du eingehende E-Rechnungen verarbeiten musst, gewinnt FastBill – 10 € gegen 25,90 €. Wenn du nach Stunden abrechnest, gewinnt FastBill ebenfalls, weil sevdesk überhaupt keine Zeiterfassung hat. Wenn du wenige Rechnungen schreibst und nichts zahlen willst, gewinnt sevdesk, weil es den Gratis-Tarif hat. Und wenn du die EÜR aus der Software heraus machen willst, gewinnt sevdesk – aber erst ab 25,90 €.

Beide Anbieter sind deutsche Buchhaltungssoftware für Freiberufler, beide hosten in Deutschland, beide kosten im Einstieg um zehn Euro. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern darin, welche Funktion in welchem Tarif steckt – und da liegen sie an drei Stellen weit auseinander. Alle Angaben geprüft am 12. Oktober 2026 auf den Preisseiten der Anbieter, kein Praxistest.

Die Preise im direkten Vergleich

sevdeskFastBill
Gratis-TarifJa – 3 Rechnungen pro Monat, dauerhaftNein – 14 Tage Test
Einstiegstarif12,90 € („Rechnung“)10,00 € („Solo“)
Mittlerer Tarif25,90 € („Buchhaltung“)15,00 € („Plus“) / 30,00 € („Pro“)
Oberster Tarif34,90 € („Buchhaltung Pro“, Beta)ab 59,00 € („Premium“)
Benutzer im Einstieg11
Weiterer Benutzer5,90 € mtl.5,00 € mtl.
Mindestlaufzeit1, 12 oder 24 Monatemonatlich oder jährlich
Listenpreise netto pro Monat, geprüft am 12. Oktober 2026 auf den Preisseiten von sevdesk und FastBill.

Auf dem Papier ist FastBill im Einstieg 2,90 € günstiger. Das ist der uninteressanteste Satz in diesem Vergleich, weil beide Anbieter ihre Preise an anderer Stelle einsammeln.

Die drei Unterschiede, die wirklich entscheiden

Funktionsevdesk abFastBill ab
E-Rechnung erstellen0,00 € (Gratis-Tarif)10,00 €
E-Rechnung empfangen25,90 €10,00 €
Zeiterfassunggar nicht10,00 € (in allen Tarifen)
Zahlungserinnerungen und Mahnungen versenden12,90 € (alle Bezahltarife)Automatik als Add-on, ab 4,90 € zusätzlich
Bankkontenkeine Obergrenze ausgewiesen1 (Solo) / 5 (Plus) / unbegrenzt (Pro)
EÜR und Steuererklärung vorbereiten25,90 €nicht belegbar – siehe offene Punkte
DATEV-Export25,90 €10,00 € (DATEV-XML in allen Tarifen)
Herstellerangaben beider Anbieter, geprüft am 12. Oktober 2026. Nettopreise pro Monat.

Erstens, der Empfang von E-Rechnungen. Seit Januar 2025 sind E-Rechnungen im B2B-Geschäft Pflicht, und die Pflicht hat zwei Seiten: senden und empfangen. Beim Senden sind beide gut – sevdesk kann es sogar gratis. Beim Empfangen klaffen sie auseinander: FastBill schreibt „E-Rechnung in allen Tarifen enthalten“, also ab 10 €; bei sevdesk steht der Empfang in der Tarifmatrix erst ab „Buchhaltung“, also ab 25,90 €. Im Einstiegstarif „Rechnung“ ist die Zeile leer. Wer nichts weiter braucht, als strukturierte Eingangsrechnungen zu verarbeiten, zahlt bei FastBill 120 € im Jahr und bei sevdesk 310,80 €.

Zweitens, die Zeiterfassung. sevdesk hat keine – auch nicht als Add-on, auch nicht in Buchhaltung Pro. FastBill hat sie in jedem Tarif. Wenn du nach Stunden abrechnest, ist das kein Komfortthema, sondern der Unterschied zwischen einer Software und zwei. Mit sevdesk brauchst du ein zweites Tool, eine zweite Anmeldung und einen Übertragungsschritt; was dafür in Frage kommt, steht in unserem Vergleich der Zeiterfassungs-Tools.

Drittens, das Mahnwesen. Hier dreht sich das Verhältnis. Bei sevdesk sind Zahlungserinnerungen und Mahnungen in allen drei Bezahltarifen enthalten, also ab 12,90 €. Bei FastBill steht in der Zeile „Vollautomatisches Mahnwesen“ bei Solo, Plus und Pro jeweils „Add-on“, der Preis dafür beginnt bei 4,90 €. Rechne es durch: Rechnungen schreiben plus automatisch mahnen kostet bei sevdesk 12,90 € und bei FastBill ab 14,90 €. Fair ist der Hinweis, dass du bei FastBill auch im kleinen Tarif von Hand mahnen kannst – bezahlpflichtig ist die Automatik, nicht die Mahnung.

Was beide mit deinen Daten machen

Du bist für die Kundendaten in deiner Buchhaltung verantwortlich, der Anbieter ist dein Auftragsverarbeiter. Deshalb ist die Frage nicht nur, wer wie viel kostet, sondern wer dir die Unterlagen gibt, die du für deine eigene Dokumentation brauchst. Hier ist der Abstand groß – und zwar in die andere Richtung, als die Preise erwarten lassen.

sevdeskFastBill
ServerstandortAWS Frankfurt, namentlich genannt„Rechenzentrum in Deutschland“, Dienstleister nicht genannt
AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVOÖffentlich als PDF abrufbar, vorsigniertNur im eingeloggten Konto, nicht Teil der AGB
Liste der UnterauftragsverarbeiterVeröffentlicht – aber Stand 10.04.2024Nicht veröffentlicht
Technische und organisatorische MaßnahmenAls PDF veröffentlicht (Stand 10.04.2024)Nicht veröffentlicht
VerschlüsselungAES-256 at rest, TLS, Schlüssel über AWS KMSTLS, 2-Faktor-Login
ISO 27001Nur das Rechenzentrum, nicht sevdesk selbstNicht vom Anbieter belegt
KonzernzugehörigkeitSeit Februar 2025 Teil von Cegid (Frankreich)Deutsche GmbH, keine Mutter genannt
Angaben aus den Datenschutzdokumenten, AGB und Impressen beider Anbieter, geprüft am 12. Oktober 2026.

sevdesk ist hier deutlich besser aufgestellt: Der AV-Vertrag liegt als vorsigniertes PDF öffentlich auf der Datenschutzseite, dazu eine Subunternehmerliste und ein TOM-Dokument. Das sind genau die drei Anlagen, die du in deine eigene Verarbeitungsdokumentation legen kannst. FastBill veröffentlicht keine davon – der AV-Vertrag existiert, aber du musst ihn im Konto aktiv abschließen, und er ist nicht automatisch Bestandteil der AGB. Wer den Haken nie gesetzt hat, hat keinen.

Zwei Einschränkungen, die man bei sevdesk dazusagen muss, weil sonst das Lob zu glatt wird. Die veröffentlichte Subunternehmerliste trägt den Stand 10. April 2024 – sie ist also rund zweieinhalb Jahre alt und älter als die Übernahme durch Cegid, die sevdesk selbst am 6. Februar 2025 vermeldet hat („sevdesk ist nun Teil von Cegid“). Was die Konzernzugehörigkeit für die Datenverarbeitung bedeutet, steht in keinem der Datenschutzdokumente: Weder ist eine Cegid-Gesellschaft als Auftragsverarbeiter gelistet, noch wird eine konzerninterne Weitergabe beschrieben. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Lücke – und wenn du die Unterlagen für dein eigenes Verzeichnis brauchst, ist es eine, die du erfragen solltest.

Bei FastBill ist die Lücke anderer Art: Die Datenschutzerklärung stützt Drittlandsübermittlungen an einzelne Dienste noch auf das „EU-US Privacy Shield“, das seit dem Urteil des EuGH von 2020 keine Rechtsgrundlage mehr ist. Für deine Dokumentation ist das ein veralteter Beleg. Was du selbst brauchst, steht in unserem Beitrag zur DSGVO für Selbstständige.

Finanzamt: GoBD, Export und was nach der Kündigung passiert

Beide werben mit GoBD. Interessant ist, wie unterschiedlich ehrlich das formuliert ist – und dass sevdesk in seiner Hilfe eine Aussage trifft, die dem halben Markt widerspricht: „Grundsätzlich gibt es keine Zertifizierung, die einer Software bestätigt, dass diese GoBD-konform ist. Jedes Unternehmen ist mit seinen Prozessen individuell dafür verantwortlich.“ Das ist, soweit wir das beurteilen können, der sachlich richtige Stand – und es heißt, dass du von keinem der beiden ein Zertifikat bekommst, das dich entlastet. Was dich entlastet, ist deine Verfahrensdokumentation, und die schreibt dir keine Software. sevdesk verlinkt dafür immerhin die offizielle Vorlage der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung.

Beim Export ist FastBill breiter aufgestellt: PDF, ZIP, XLS, CSV, DATEV-XML, SEPA-XML und ein eigener Steuerberater-Export – und zwar in allen Tarifen. Bei sevdesk läuft der Export über „Steuern → Mein Steuerberater“ und liefert DATEV-kompatible CSV-Dateien plus Belegbilder als ZIP, die DATEV-Schnittstelle gibt es aber erst ab 25,90 €.

Und dann die Frist, die beide Anbieter gleich handhaben und die beide leicht überlesen lassen: Nach Vertragsende sind deine Daten drei Monate lang noch da, danach nicht mehr. Bei FastBill steht das in AGB-Ziffer 13.8, mit einer Reaktivierung über den Support für vier Tage. Bei sevdesk steht es in § 10 Abs. 2 des AV-Vertrags, ausdrücklich „ausschließlich zum Zwecke des Datenexports“. Deine steuerliche Aufbewahrungspflicht nach § 147 Abs. 1 AO läuft zehn Jahre, und beide Anbieter sagen in ihren AGB klar, dass diese Pflicht bei dir liegt – FastBill in Ziffer 7.5, sevdesk in Ziffer 8.5. Exportiere also vor der Kündigung, nicht danach.

Bei sevdesk gibt es an dieser Stelle eine Unstimmigkeit in den eigenen Dokumenten, die wir offenlegen: Der AV-Vertrag und das Hilfecenter sagen „drei Monate“, die AGB sagen in Ziffer 8.5 „spätestens zum Ende des dem Beendigungsdatum folgenden Veranlagungszeitraumes“ und Export nur „bis zum Ende der Vertragslaufzeit“, und die Support-FAQ sagt, der Account werde nach Abo-Ablauf gesperrt. Drei Formulierungen, drei verschiedene Zeitpunkte. Verlass dich auf die kürzeste und exportiere früher.

Der Gewinner je Szenario

  • Du musst eingehende E-Rechnungen verarbeiten: FastBill Solo, 10,00 €. Der klarste Punkt im ganzen Vergleich. Bei sevdesk kostet dieselbe Funktion 25,90 €.
  • Du rechnest nach Stunden ab: FastBill, ab 10,00 €. sevdesk hat keine Zeiterfassung, in keinem Tarif. Alternativ: Papierkram, dort ist die Zeiterfassung schon im Gratis-Tarif.
  • Du schreibst wenige Rechnungen und willst nichts zahlen: sevdesk Kostenlos, 0 €. Drei Rechnungen im Monat, ohne Fremdlogo auf dem Dokument. FastBill hat dafür nichts anzubieten außer 14 Tagen.
  • Du willst Rechnungen schreiben und automatisch mahnen: sevdesk Rechnung, 12,90 €. Enthalten statt zugekauft. Bei FastBill sind es ab 14,90 €.
  • Du willst EÜR und Steuervorbereitung aus der Software: sevdesk Buchhaltung, 25,90 €. Dazu kommen DATEV-Schnittstelle und Steuerberater-Zugang. Prüf vorher aber auch Lexware Office, das EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung ab 21,90 € bringt.
  • Du hast mehrere Geschäftskonten: FastBill Plus, 15,00 €. Solo erlaubt genau eines. sevdesk weist dazu keine Grenze aus – was nicht heißt, dass es keine gibt.
  • Du brauchst belastbare DSGVO-Unterlagen für deine Dokumentation: sevdesk. AV-Vertrag, Subunternehmerliste und TOM öffentlich abrufbar. Mit dem Vorbehalt, dass die Liste von April 2024 stammt.
  • Du willst dich nicht binden: FastBill. Monatlich oder jährlich. sevdesk hat seinen günstigsten Monatsdurchschnitt in der 24-Monats-Variante – die kostet dich im Einstiegstarif 201,24 € netto in einer Summe im Voraus.

Was wir nicht abschließend klären konnten

  • Ob FastBill eine EÜR oder Umsatzsteuervoranmeldung kann. Auf der Preisseite ist davon nicht die Rede, es gibt aber DATEV- und Steuerberater-Exporte. Wir behaupten deshalb nicht, dass die Funktion fehlt – wir konnten sie nur nicht belegen. Wenn du sie brauchst, frag im Support nach, bevor du buchst.
  • Ob sevdesks Mahnwesen automatisch läuft. Die Tarifmatrix sagt, du kannst Zahlungserinnerungen und Mahnungen „direkt aus sevdesk versenden“ – ob das zeitgesteuert von selbst passiert, steht dort nicht.
  • Wie viele Bankkonten sevdesk zulässt. Keine Angabe auf der Preisseite.
  • Was „ab 4,90 €“ bei FastBills Mahnwesen nach oben bedeutet. Es gibt keine Staffel.
  • Wo bei beiden die Belegerkennung rechnet. sevdesk schreibt der Belegverarbeitung in der Subunternehmerliste AWS Deutschland zu, nennt aber keinen KI-Dienstleister; FastBill nennt gar keinen Ort. Ob Kundendaten in Modelltraining einfließen, sagt keiner von beiden. sevdesks AV-Vertrag erlaubt in § 3 Abs. 6 die Nutzung von „Wirkdaten“ anonym und aggregiert „zu Zwecken der Fehleranalyse sowie der Weiterentwicklung der Produkte“.
  • Was die Cegid-Übernahme für die Datenverarbeitung bedeutet. In keinem Datenschutzdokument von sevdesk erwähnt.

Häufige Fragen

Ist sevdesk oder FastBill günstiger?

Das hängt an einer einzigen Funktion. Brauchst du den Empfang von E-Rechnungen, ist FastBill mit 10 € gegen 25,90 € deutlich günstiger. Brauchst du automatische Mahnungen, ist sevdesk mit 12,90 € gegen ab 14,90 € günstiger. Brauchst du nur drei Rechnungen im Monat, ist sevdesk kostenlos und FastBill kostet 120 € im Jahr.

Hat FastBill einen Gratis-Tarif wie sevdesk?

Nein. FastBill hat 14 Tage kostenlosen Test, danach kostet jeder Tarif Geld. sevdesk hat einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit drei Rechnungen pro Monat.

Welche der beiden hat eine Zeiterfassung?

Nur FastBill, und zwar in allen Tarifen ab 10 €. sevdesk hat keine, auch nicht als Add-on. Wer beides kostenlos will, muss sich Papierkram ansehen.

Wo liegen die Daten – bei sevdesk oder FastBill sicherer?

Beide hosten in Deutschland. sevdesk benennt AWS Frankfurt und veröffentlicht AV-Vertrag, Subunternehmerliste und technische Maßnahmen als PDF; FastBill nennt seinen Hosting-Dienstleister nicht und veröffentlicht keines dieser Dokumente. Für die eigene DSGVO-Dokumentation ist sevdesk damit die bessere Grundlage – mit dem Vorbehalt, dass sevdesks Subunternehmerliste von April 2024 stammt und die Cegid-Übernahme nicht abbildet.

Ist sevdesk noch ein deutsches Unternehmen?

Die sevDesk GmbH sitzt in Offenburg und ist im Handelsregister Freiburg eingetragen. Sie gehört aber seit Februar 2025 zur französischen Cegid-Gruppe; sevdesk hat das selbst in einer Pressemitteilung vermeldet. FastBill ist eine GmbH in Frankfurt am Main und nennt keine Muttergesellschaft.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich kündige?

Bei beiden sind sie rund drei Monate nach Vertragsende weg. Bei sevdesk widersprechen sich die eigenen Dokumente – AV-Vertrag und Hilfe sagen drei Monate, die AGB nennen das Ende des folgenden Veranlagungszeitraums, die Support-FAQ spricht von Sperrung. Deine Aufbewahrungspflicht läuft zehn Jahre. Exportiere vor der Kündigung.

Quellen, geprüft am 12. Oktober 2026: Preisseite von sevdesk (sevdesk.de/preise) mit allen Laufzeit-Reitern, Tarifvergleichstabelle, Add-on- und Premium-Service-Übersicht; sevdesks Datenschutzseite mit dem AVV-PDF, der Liste genehmigter Subunternehmer und dem TOM-Dokument (beide Stand 10.04.2024), die AGB (Stand Januar 2025), das Impressum, die Hilfeartikel zu Export, Kündigung, Belegerfassung und Verfahrensdokumentation sowie die Pressemitteilung zur Cegid-Übernahme vom 06.02.2025. Preisseite von FastBill (fastbill.com/preise) mit Tarifvergleichstabelle und Add-on-Kacheln, die Seite zur Buchhaltungsautomatisierung, die AGB (Stand 02.11.2022), die Datenschutzerklärung, das Impressum und die Support-Artikel zu Datenspeicherung, AVV und Kündigungsfristen. Alle Beträge netto.