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Kurze Antwort: Eine Trezor löst ein Problem und schafft ein zweites. Deine Coins liegen sicher offline – aber das Finanzamt sieht nur Zu- und Abflüsse ohne Herkunft. Wer seine Krypto-Gewinne korrekt erklären will, muss die Brücke zwischen Gerät und Steuerbericht selbst bauen. Diese Seite zeigt, wie das geht, was es kostet und an welcher Stelle wir selbst ins Stocken geraten sind.
Warum das überhaupt ein Problem ist
Eine Börse wie Kraken weiß, was du wann zu welchem Kurs gekauft hast, und gibt diese Daten per Schnittstelle weiter. Eine Hardware-Wallet weiß das nicht. Sie kennt nur Adressen und Beträge. Schickst du Bitcoin von der Börse auf deine Trezor und später wieder zurück, sieht eine Steuersoftware ohne Zusatzinformation zwei unverbundene Vorgänge: einen Abgang ins Nichts und einen Zugang aus dem Nichts.
Das ist steuerlich teuer. Fehlen die Anschaffungskosten, behandeln die meisten Programme den Rückfluss im Zweifel als Zugang mit Anschaffungskosten von null – der komplette Betrag wird zum Gewinn. Koinly schreibt das auf seiner deutschen Startseite selbst: das Tool markiere Lücken wie fehlende Anschaffungskosten, bevor sie Ihren Gewinn künstlich erhöhen.
Falsch gerechnet wird also nicht zu deinen Gunsten, sondern zu deinen Lasten.
Der Lösungsweg in drei Schritten
- Den öffentlichen Schlüssel aus der Trezor Suite holen. Jedes Konto hat einen Extended Public Key, abgekürzt xpub (je nach Adresstyp auch ypub oder zpub). Er beginnt mit
xpub…und steht in der Trezor Suite beim jeweiligen Konto. - Den xpub in die Steuersoftware importieren. Beide hier besprochenen Programme nehmen ihn an. CoinTracking bietet dafür den Import über Bitcoin-Adresse oder Extended Public Key; Koinly führt
xPub/yPub/zPub importin allen Tarifen auf, auch im kostenlosen. - Die internen Überweisungen zusammenführen. Beide Programme versuchen, Abgang von der Börse und Zugang auf der Wallet automatisch als eine Übertragung zu erkennen. Prüfe das trotzdem Position für Position. Jede nicht erkannte Übertragung kostet dich bares Geld in der Berechnung.
Was dich der xpub wirklich kostet
Hier wird es unangenehm, und wir sagen es trotzdem: Ein xpub ist kein harmloser Datenschnipsel.
Wer das nicht will, hat zwei Auswege. Erstens: nur einzelne Empfangsadressen statt des xpub importieren – mehr Handarbeit, aber der Anbieter sieht nur, was du zeigst. Zweitens: ein separates Trezor-Konto nur für steuerlich relevante Bewegungen führen und die langfristigen Bestände davon getrennt halten.
Und wenn du den xpub doch herausgibst, ist die Frage, an wen. CoinTracking ist eine GmbH mit Sitz in Gräfelfing bei München und verpflichtet sich vertraglich darauf, die Server innerhalb der Europäischen Union zu betreiben. Koinly gehört zur Koinly Pte Ltd, einer Gesellschaft nach singapurischem Recht; für Singapur besteht kein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, und die Datenschutzerklärung nennt keine Garantien nach Art. 46 DSGVO. Wir sagen nicht, dass das rechtswidrig ist. Wir sagen, dass es dort nicht steht.
→ CoinTracking Werbung – deutsche GmbH, Server in der EU.
→ Koinly Werbung – größere Abdeckung, Berechnung vor dem Kauf sichtbar.
Was ein Trezor kostet
Preise direkt bei Trezor, geprüft am 23. Oktober 2026:
| Modell | Preis | Kurz gesagt |
|---|---|---|
| Trezor Model One | 49 € | Das älteste Modell, ohne modernen Secure Chip |
| Trezor Safe 3 | 79 € | Zwei Tasten, Secure Chip, der naheliegende Einstieg |
| Trezor Model T | 129 € | Vorgänger der Safe 5, Touchscreen |
| Trezor Safe 5 | 169 € | Farb-Touchscreen, gleiches Sicherheitsmodell wie die Safe 3 |
Welches der beiden Programme besser zu dir passt, hängt vor allem davon ab, wie viele Jahre du nachzuholen hast – das rechnen wir in CoinTracking gegen Koinly in Euro durch. Für die Steuerfrage ist das Modell egal. Jede dieser Wallets liefert denselben xpub, und keine von ihnen rechnet dir etwas aus. Wer nur eine sichere Verwahrung sucht, braucht die 169 € nicht.
Ein Hinweis, der nichts mit Steuern zu tun hat, aber wichtiger ist als jeder Preisvergleich: Kaufe eine Hardware-Wallet beim Hersteller oder bei einem autorisierten Händler. Manipulierte Geräte aus dem Graumarkt sind ein reales Problem, und die 20 € Ersparnis bei einem Drittanbieter stehen in keinem Verhältnis zum Risiko.
Was wir nicht abschließend klären konnten
Wie gut die automatische Transfererkennung zwischen Börse und Wallet in der Praxis funktioniert, hängt stark von den beteiligten Börsen und vom Zeitabstand ab. Dafür fehlt uns eine saubere Testreihe über mehrere Jahre. Wir behaupten deshalb nicht, dass das eine Programm hier besser sei als das andere – wir wissen es schlicht nicht.
Ob Koinly für deutsche Nutzer einen Auftragsverarbeitungsvertrag anbietet, ist aus den öffentlichen Dokumenten nicht ersichtlich. Wir haben angefragt und ergänzen die Antwort hier.
Stand: 23. Oktober 2026. Diese Seite beruht auf der geprüften Dokumentation der Anbieter, nicht auf einem eigenen Praxistest.