Projektmanagement
Bei monday.com gibt es für Freiberufler eine Information, die vor allen anderen kommt und die auf den meisten Vergleichsseiten fehlt: Bezahlte Tarife beginnen bei drei Nutzern. Nicht bei einem. Du kannst als Einzelperson keinen bezahlten monday-Tarif für dich allein kaufen – du kaufst drei Plätze und lässt zwei leer stehen.
Das ist keine Auslegung, sondern steht so in den häufigen Fragen auf der Preisseite: „Pakete starten ab 3 Benutzern.“ Alles Weitere auf dieser Seite folgt daraus. Geprüft am 16. Oktober 2026.
Eine Korrektur in eigener Sache. In der Übersicht zu Projektmanagement-Tools stand auf dieser Website bis zum 16. Oktober 2026, monday.com sei „nicht kostenlos nutzbar (ab 2 Nutzer)“. Das hat zwei Dinge vertauscht. Einen kostenlosen Tarif gibt es sehr wohl, und der ist auf zwei Nutzer begrenzt. Was bei drei anfängt, ist die Mindestbestellmenge der bezahlten Tarife.
Was die drei Plätze konkret bedeuten
Der günstigste bezahlte Tarif, Basic, kostet 9 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Für eine Einzelperson heißt das nicht 9 €, sondern 27 € im Monat – drei Plätze zum Mindestpreis. Auf das Jahr gerechnet sind das 324 € für einen einzigen Menschen, der ein Werkzeug benutzt.
| Tarif | Pro Nutzer / Monat | Mindestbestellung | Reale Kosten für eine Person |
|---|---|---|---|
| Kostenlos | 0 € | bis 2 Nutzer | 0 € |
| Basic | 9 € | 3 Nutzer | 27 € / Monat, 324 € / Jahr |
| Standard | 12 € | 3 Nutzer | 36 € / Monat, 432 € / Jahr |
| Pro | 19 € | 3 Nutzer | 57 € / Monat, 684 € / Jahr |
Zum Vergleich: Asana Starter kostet 10,99 € pro Nutzer im Jahresabo – für eine Person also 10,99 €, nicht 33. Notion Plus liegt bei 9,50 €, ClickUp Unlimited bei 7 $. monday ist damit für Solo-Selbstständige nicht etwas teurer, sondern ungefähr dreimal so teuer wie die Alternativen, bei vergleichbarem Funktionsumfang.
Der kostenlose Tarif
Es gibt ihn, monday nennt ihn „dauerhaft kostenlos“, und er ist eng geschnitten: bis zu zwei Nutzer, bis zu drei Boards, bis zu drei Dokumente, acht Spaltentypen, die Apps für iOS und Android. Drei Boards sind für einen Freiberufler mit drei Kunden genau aufgebraucht, ohne Platz für Akquise oder eigene Organisation.
Realistisch ist der kostenlose Tarif damit kein Dauerzustand, sondern ein ausgedehnter Test. Wer monday ernsthaft einsetzen will, landet beim Basic-Tarif – und damit bei den drei Pflichtplätzen.
Zwei Fallen bei der Preisangabe
Erstens: Die Preisseite hat Reiter nach Produkt. Was oben steht, gilt für monday work management. monday CRM ist ein anderes Produkt mit anderen Preisen und einer anderen Voreinstellung bei der Teamgröße. Wer eine Zahl aus einem Vergleich übernimmt, sollte wissen, aus welchem Reiter sie stammt – das wird selten dazugesagt.
Zweitens: Auf den angezeigten Summen liegt ein Aktionsrabatt. Zum Zeitpunkt unserer Prüfung warb monday mit einem monatlichen Sonderrabatt, der auf eine voreingestellte Teamgröße von zehn Nutzern gerechnet war, verrechnet mit einem Guthaben für KI-Funktionen. Der Preis pro Platz – 9, 12 und 19 € – ist davon unberührt, die angezeigte Gesamtsumme nicht. Wer die Gesamtsumme aus einem Screenshot übernimmt, übernimmt eine Aktion, die in zwei Wochen vorbei sein kann.
Den Preis bei monatlicher Zahlung konnten wir nicht verifizieren: Die Preisseite liefert ohne Klick auf den Umschalter nur die Jahrespreise aus, und ein direkter Aufruf des monatlichen Zustands hat nicht funktioniert. monday gibt den Jahresrabatt mit 18 Prozent an und sagt ausdrücklich, dass es auf das Monatspaket keinen Rabatt gibt. Eine Umrechnung wäre rechnerisch naheliegend, aber wir veröffentlichen keine Preise, die wir nicht gelesen haben.
Gibt es eine Situation, in der monday für Freiberufler passt?
Ja, zwei – und beide haben wenig mit dem Werkzeug selbst zu tun.
Dein Kunde arbeitet mit monday und lädt dich ein. Dann brauchst du keine Lizenz und zahlst nichts. Die Verantwortung für das Konto und für den Datenschutz trägt der Einladende. Das ist bei allen Werkzeugen dieser Kategorie der häufigste und günstigste Weg, mit ihnen in Berührung zu kommen.
Du bist zu dritt. Sobald drei Menschen tatsächlich im System arbeiten – du und zwei feste Freie, oder eine kleine Agentur – ist die Mindestbestellmenge keine Strafe mehr, und monday steht preislich im normalen Feld: 9 € pro Platz liegen unter Asana Starter und knapp über ClickUp Unlimited. Die Oberfläche ist dabei die zugänglichste der großen Anbieter, was zählt, wenn Menschen mitarbeiten, die kein Projektwerkzeug gewohnt sind.
Alles darunter – also der Normalfall der deutschen Freiberuflichkeit, eine Person mit mehreren Kunden – ist bei monday strukturell schlecht bedient. Nicht wegen des Funktionsumfangs, sondern wegen eines Vertriebsmodells, das auf Teams ausgelegt ist. Die ehrliche Empfehlung lautet deshalb: Wenn du allein bist, sieh dir zuerst die Alternativen im Praxisvergleich von Notion, ClickUp, Asana und Trello an.
Testphase und Abrechnung
monday gewährt eine 14-tägige kostenlose Testversion des Pro-Tarifs. Abgerechnet wird aus Deutschland in Euro – das ist ein echter Vorteil gegenüber Trello, ClickUp und Basecamp, die auch bei deutschem Zugriff in US-Dollar fakturieren. Die Preise sind netto: Der Anbieter schreibt ausdrücklich, dass sie sich zuzüglich Steuern verstehen und sich nach dem Abrechnungsland des Nutzers richten.
monday.com Ltd. ist ein israelisches Unternehmen. Damit greift beim Einkauf wie bei den US-Anbietern das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG: Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG schuldest du die 19 Prozent Umsatzsteuer, darfst sie aber nicht als Vorsteuer abziehen. Aus 324 € im Jahr werden damit real rund 386 €. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Kleinunternehmerregelung.
Was wir nicht geprüft haben
- Die Preise bei monatlicher Zahlung. Der Umschalter auf der Preisseite ist reines Browser-Verhalten und lässt sich nicht per Adresse ansteuern. Wir haben es zweimal versucht und nennen deshalb keine Monatspreise.
- Den Auftragsverarbeitungsvertrag und die Serverstandorte. Beides haben wir für diese Seite nicht verifiziert. Bei einem Anbieter außerhalb der EU ist das nichts, was man nebenbei annimmt – wenn du Kundendaten dort verarbeitest, prüf es, bevor du anfängst. Wie das bei anderen Anbietern aussieht, steht unter AVV abschließen.
- Die Funktionsunterschiede zwischen Basic, Standard und Pro im Detail. Diese Seite beantwortet die Preisfrage, die für Einzelpersonen die entscheidende ist. Den Funktionsvergleich haben wir nicht nachgezeichnet.
- Die Nutzung im Alltag. Wir haben monday nicht selbst über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Was hier steht, stützt sich auf die Anbieterangaben, nicht auf eigene Erfahrung.
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Häufige Fragen
Kann ich monday.com als Einzelperson bezahlt nutzen?
Nur, indem du drei Plätze kaufst. Die häufigen Fragen auf der Preisseite sagen es direkt: Pakete starten ab drei Benutzern. Du zahlst also mindestens das Dreifache des angegebenen Preises pro Platz, auch wenn nur du das Werkzeug benutzt.
Ist monday.com kostenlos?
Es gibt einen dauerhaft kostenlosen Tarif für bis zu zwei Nutzer mit bis zu drei Boards und drei Dokumenten. Für einen Freiberufler mit drei Kunden ist das genau aufgebraucht. Als Dauerlösung taugt er selten, als ausgedehnter Test schon.
Was kostet monday.com für eine Person wirklich?
Beim Basic-Tarif 27 € im Monat, also 324 € im Jahr, weil drei Plätze die Mindestbestellung sind. Als Kleinunternehmer kommen 19 Prozent nicht abziehbare Umsatzsteuer dazu, womit du bei rund 386 € im Jahr liegst. Zum Vergleich: Asana Starter kostet für eine Person 10,99 € im Monat.
Mein Kunde nutzt monday – muss ich etwas zahlen?
Nein. Wenn dein Kunde dich in sein Konto einlädt, brauchst du keine eigene Lizenz. Das gilt für alle Werkzeuge dieser Kategorie und ist der häufigste Grund, warum Freiberufler mit vier verschiedenen Systemen arbeiten, ohne für eines davon zu zahlen.
Warum stehen bei monday verschiedene Preise im Netz?
Weil die Preisseite nach Produkt getrennt ist – work management und CRM haben unterschiedliche Preise – und weil die angezeigten Gesamtsummen einen zeitlich begrenzten Aktionsrabatt und ein KI-Guthaben enthalten, gerechnet auf eine voreingestellte Teamgröße. Verlass dich auf den Preis pro Platz und rechne selbst hoch.
Quellen und Stand
Preise, Mindestbestellmenge und die Grenzen des kostenlosen Tarifs stammen von monday.com, Reiter „work management“, abgerufen aus Deutschland am 16. Oktober 2026. Die umsatzsteuerliche Einordnung bezieht sich auf § 13b und § 19 UStG. Preise sind Anbieterangaben ohne Gewähr und enthielten zum Prüfzeitpunkt einen Aktionsrabatt – prüfe sie vor dem Abschluss selbst nach.
Von Ulrich Weber · zuletzt geprüft am 16. Oktober 2026