Projektmanagement

Basecamp macht etwas, das in dieser Produktkategorie fast niemand macht: Es verlangt keine Gebühr pro Nutzer. Auf der Preisseite steht das als Versprechen ganz oben – „No per-user fees, everyone’s included. Just clear, fixed prices.“ Das stimmt, und es ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal. Die Frage für eine Einzelperson ist eine andere: Ab wann lohnt sich ein Pauschalpreis, wenn man allein ist?

Diese Seite beantwortet das mit den tatsächlichen Preisen und Grenzen, abgerufen am 16. Oktober 2026 – und mit einem Detail, das auf der Preisseite erst in den häufigen Fragen auftaucht und für Freiberufler das wichtigste überhaupt ist: Kunden zählen als Nutzer.

Eine Korrektur in eigener Sache. In der übergeordneten Übersicht zu Projektmanagement-Tools stand auf dieser Website bis zum 16. Oktober 2026, Basecamp koste „15 $/Monat pauschal für unbegrenzte Projekte und Nutzer“. Das war in zwei von drei Punkten falsch. Einen Tarif für 15 $ gibt es nicht; der günstigste bezahlte Tarif kostet 25 $ im Monat und ist auf drei aktive Projekte begrenzt. Unbegrenzte Projekte gibt es erst für 299 $ im Monat. Richtig war nur das Preismodell selbst: Es gibt tatsächlich keine Gebühr pro Nutzer. Falls du dich nach der alten Fassung für Basecamp entschieden hast und beim Bezahlen überrascht wurdest: Das tut uns leid.

Die Tarife, Stand 16. Oktober 2026

TarifPreisAktive ProjekteNutzerSpeicher
Free0 $1max. 51 GB
Freelancer25 $ / Monatbis 3max. 205 GB
Studio59 $ / Monatbis 10unbegrenzt25 GB
Pro99 $ / Monatbis 25unbegrenzt100 GB
Unlimited Edition299 $ / Monat, jährlich abgerechnetunbegrenztunbegrenzt1.000 GB
Angaben der Preisseite basecamp.com/pricing, abgerufen aus Deutschland am 16. Oktober 2026. Preise pro Konto, nicht pro Nutzer.

Der Pauschalpreis ist kein Marketingtrick. Basecamp beantwortet in den häufigen Fragen ausdrücklich, ob man wirklich 500 Nutzer und unbegrenzte Projekte für 300 $ im Monat betreiben könne, mit einem schlichten „Yes“. Wer ein Team von zwanzig Personen hat, zahlt bei Basecamp weniger als bei jedem Mitbewerber. Nur: Das ist nicht die Situation, in der Freiberufler sind.

Was ein Pauschalpreis für eine Person bedeutet

Rechne es einmal gegen: 25 $ im Monat sind 300 $ im Jahr für einen Zugang. Die Tarife, mit denen Freiberufler sonst arbeiten, liegen bei 5 bis 11 Euro im Monat pro Person – Trello Standard bei 5 $ im Jahresabo, ClickUp Unlimited bei 7 $, Notion Plus bei 9,50 €, Asana Starter bei 10,99 €. Basecamp ist für eine Einzelperson also das Zwei- bis Fünffache, und dafür bekommt man in diesem Tarif drei aktive Projekte.

Der Pauschalpreis dreht sich erst, wenn Menschen dazukommen. Bei Studio für 59 $ sind die Nutzer unbegrenzt – ab etwa sechs Beteiligten ist Basecamp damit günstiger als Asana Starter, ab etwa acht günstiger als Notion Plus. Wer regelmäßig mit Subunternehmern arbeitet und die alle im selben System haben will, rechnet hier anders als jemand, der allein plant.

Der Punkt, den die Preisseite versteckt: Kunden zählen mit

Basecamp wird seit Jahren als das Werkzeug für die Zusammenarbeit mit Kunden verkauft, und der sogenannte Client mode macht genau das: Du entscheidest pro Projekt, was der Kunde sieht und was nicht. Basecamp beschreibt das so: „Decide what clients get to see“ – unfertige Arbeit verbergen, Gespräche dokumentiert halten.

In den häufigen Fragen steht dann aber die Einschränkung, die das Bild verändert. Auf die Frage, ob Kunden, Auftragnehmer oder Gäste in die Nutzerzahl eingerechnet werden, antwortet Basecamp: „Yes, every person you add is counted“ – unbegrenzte Nutzer gebe es erst ab Studio.

Konkret heißt das: Im kostenlosen Tarif hast du nach dir selbst noch vier Plätze – und ein einziges Projekt. Im Freelancer-Tarif für 25 $ sind es neunzehn Plätze auf drei Projekte verteilt. Wer bei drei Kunden jeweils zwei Ansprechpartner einlädt, ist bei sieben Nutzern – das passt noch. Wer aber die Kundenorganisation wirklich einbindet, also Geschäftsführung, Fachabteilung und Buchhaltung, stößt schneller an die zwanzig als erwartet. Und genau das ist der Anwendungsfall, für den Basecamp wirbt.

Abgerechnet wird in Dollar

Wir haben die Preisseite mit deutscher Herkunft abgerufen. Basecamp liefert sie trotzdem auf Englisch und in US-Dollar aus; einen Euro-Preis gibt es nicht. Für dich bedeutet das dasselbe wie bei Trello und ClickUp: Was am Monatsende abgebucht wird, hängt am Wechselkurs und an der Fremdwährungsgebühr deiner Karte, bei vielen Kreditkarten 1,5 bis 2 Prozent obendrauf. Rechne nicht mit einem festen Eurobetrag.

Dazu kommt der Punkt, der in deutschen Vergleichen fast immer fehlt: Basecamp ist ein US-Unternehmen, also greift beim Einkauf das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG. Bist du umsatzsteuerpflichtig, ist das ein Durchlaufposten. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG schuldest du die 19 Prozent ebenfalls, darfst sie aber nicht als Vorsteuer abziehen – aus 25 $ werden real rund 29,75 $ im Monat, also etwa 357 $ im Jahr. Dazu kommt eine Pflicht, die viele überrascht: Für die Zeiträume, in denen solche Einkäufe anfallen, musst du Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Jahreserklärung abgeben, obwohl du sonst keine abgibst (§ 18 Abs. 4a UStG). Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer brauchst du dafür dagegen nicht zwingend – sie wird nach § 27a UStG nur auf Antrag erteilt, und die Steuerschuld nach § 13b UStG entsteht auch ohne sie.

Wann Basecamp die richtige Wahl ist – und wann nicht

Es gibt ein Profil, für das Basecamp klar gewinnt, und es ist schmäler, als die Werbung nahelegt.

Deine SituationUnsere Einordnung
Du arbeitest allein, ein bis drei Kundenprojekte, Kunden kommunizieren per E-MailBasecamp lohnt nicht. 25 $ im Monat für einen Zugang sind das Mehrfache der Alternativen, und du nutzt die Kollaborationsfunktionen nicht.
Du arbeitest allein, willst aber Kunden ins Projekt holen, zwei bis drei Ansprechpartner je KundeFreelancer für 25 $ geht auf, solange du bei drei aktiven Projekten und zwanzig Personen bleibst. Prüfe beides, bevor du buchst.
Du vergibst regelmäßig Unteraufträge und arbeitest mit wechselnden Freien zusammenHier dreht sich die Rechnung. Studio für 59 $ mit unbegrenzten Nutzern ist günstiger als jede Pro-Kopf-Lizenz ab etwa sechs Beteiligten.
Du hast mehr als zehn laufende ProjektePro für 99 $ oder Unlimited für 299 $. In dieser Größenordnung bist du kein Solo-Freiberufler mehr, und der Vergleich ist ein anderer.

Der ehrliche Satz, den ein rein provisionsgetriebener Vergleich nicht schreiben würde: Für die große Mehrheit der Freiberufler in Deutschland – Texter, Entwickler, Übersetzer, Grafiker, Berater mit zwei bis vier Kunden – ist Basecamp das falsche Werkzeug. Nicht weil es schlecht wäre, sondern weil es eine Preislogik hat, die sich erst ab einer Teamgröße auszahlt, die du nicht hast.

Testen ohne Kreditkarte

Zwei Dinge, die Basecamp besser macht als die meisten: Die Testphase beträgt 30 Tage, bei der Unlimited Edition 45 Tage, und sie verlangt keine Kreditkarte – Basecamp schreibt das ausdrücklich hin. Du kannst das Werkzeug also vier Wochen lang ernsthaft benutzen, ohne dass dir am Ende automatisch etwas abgebucht wird. Das ist in dieser Produktkategorie die Ausnahme.

Eine Einschränkung dazu: Vom bezahlten Tarif zurück in den kostenlosen geht es nicht. Basecamp sagt das klar – ein Wechsel nach unten in das Gratis-Paket ist nicht vorgesehen. Wer also den kostenlosen Tarif als Rückfallebene einplant, sollte wissen, dass er nach einem bezahlten Abo nicht mehr zur Verfügung steht.

Was wir nicht abschließend klären konnten

  • In welchem Tarif der Client mode enthalten ist. Die Funktion ist auf der Produktseite beschrieben, taucht aber in der tarifweisen Funktionsliste der Preisseite nicht auf. Sie steht auch nicht in der Aufzählung der Funktionen, die ausdrücklich in jedem Paket enthalten sind. Wir vermuten, dass sie überall verfügbar ist – aber wir haben es nicht schwarz auf weiß gefunden und behaupten es deshalb nicht. Wenn der Kundenzugang dein Kaufgrund ist, frag vor dem Abschluss nach.
  • Die Jahrespreise. „Annual billing“ ist bei den bezahlten Tarifen als Funktion aufgeführt, aber Basecamp veröffentlicht keine Jahresbeträge und wirbt mit keinem Jahresrabatt. Die einzige Ausnahme ist die Unlimited Edition, die ausschließlich jährlich abgerechnet wird. Ob die anderen Tarife bei Jahreszahlung günstiger werden, konnten wir nicht feststellen.
  • Ob die Preise netto oder brutto sind. Die Preisseite sagt dazu nichts. Bei einem US-Anbieter und Reverse Charge ist das für dich ohnehin ein eigener Rechenschritt – siehe oben.
  • Die Oberfläche im Alltag. Wir haben Basecamp nicht selbst über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Diese Seite wertet die Tarife und Grenzen aus, nicht die tägliche Arbeit damit. Was wir aus eigener Nutzung sagen können, steht im Praxisvergleich von Notion, ClickUp, Asana und Trello.

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Häufige Fragen

Ist Basecamp wirklich eine Pauschale ohne Gebühr pro Nutzer?

Ja. Das ist der eine Punkt, an dem Basecamp hält, was es verspricht. Die Preisseite sagt es wörtlich, und die häufigen Fragen bestätigen es am Extremfall: 500 Nutzer und unbegrenzte Projekte für 299 $ im Monat. Was die Tarife begrenzen, ist nicht der Preis pro Kopf, sondern die Zahl der aktiven Projekte – und in den unteren beiden Tarifen zusätzlich die Zahl der Nutzer.

Reicht der kostenlose Tarif für einen Freiberufler?

Für einen einzigen Kunden ja, sonst nein. Der kostenlose Tarif erlaubt genau ein Projekt, 1 GB Speicher und fünf Personen. Basecamp beschreibt ihn selbst als Projekt für den privaten Gebrauch. Wer zwei Kunden parallel betreut, ist raus – und muss direkt auf 25 $ im Monat gehen, weil es nichts dazwischen gibt.

Zählen meine Kunden als Nutzer?

Ja, jede Person, die du hinzufügst, zählt – Kunden, Auftragnehmer und Gäste eingeschlossen. Das ist bei Basecamp wichtiger als bei anderen Werkzeugen, weil der Kundenzugang hier das zentrale Verkaufsargument ist. Unbegrenzte Nutzer beginnen erst beim Studio-Tarif für 59 $ im Monat.

Was ist der Unterschied zwischen Freelancer und Studio?

Drei aktive Projekte und höchstens 20 Nutzer gegenüber zehn aktiven Projekten und unbegrenzten Nutzern, dazu 5 GB gegenüber 25 GB Speicher. Der Preisunterschied beträgt 34 $ im Monat. Die Entscheidung hängt fast immer an der Projektzahl, nicht an den Nutzern: Drei aktive Projekte sind für einen gut ausgelasteten Freiberufler knapp.

Zahle ich als Kleinunternehmer auf Basecamp Umsatzsteuer?

Ja. Basecamp sitzt in den USA, also schuldest du als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG darfst du sie nicht als Vorsteuer abziehen, das Abo wird also real rund 19 Prozent teurer. Du brauchst dazu eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und musst für diese Umsätze Voranmeldungen abgeben.

Brauche ich für Basecamp einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

Sobald du Kundendaten dort verarbeitest – und Namen und E-Mail-Adressen von Ansprechpartnern sind Kundendaten – ja, nach Art. 28 DSGVO. Welche Anbieter den Vertrag automatisch mitbringen und wo er aktiv ausgeführt werden muss, haben wir getrennt dokumentiert: AVV abschließen. Basecamp haben wir dort nicht geprüft; frag den Anbieter direkt, bevor du Kundendaten einstellst.

Quellen und Stand

Alle Tarife, Grenzen und Zitate stammen von basecamp.com/pricing und basecamp.com/features, abgerufen aus Deutschland am 16. Oktober 2026. Die umsatzsteuerliche Einordnung bezieht sich auf § 13b und § 19 UStG. Preise sind Anbieterangaben ohne Gewähr und ändern sich erfahrungsgemäß häufiger als die Funktionsgrenzen – prüfe den Preis vor dem Abschluss selbst nach.

Von Ulrich Weber · zuletzt geprüft am 16. Oktober 2026